6 Rasenkrankheiten und wie du sie erkennst, behandelst und vorbeugst

Rasenkrankheiten beeinträchtigen nicht nur die Optik deines Rollrasens, sondern können ihn zum Teil auch dauerhaft schädigen. Kann sich geschwächter Rasen nur schwer regenerieren, ist die Belastbarkeit der Grünfläche stark herabgesetzt. Zudem begünstigen viele Rasenkrankheiten die Ausbreitung von Unkraut und Moos. Damit du beim Auftreten einer Rasenkrankheit rasch handeln kannst, stellen wir dir hier häufige Probleme, ihre Ursachen und Symptome sowie mögliche Lösungen vor.

Rollrasen verlegen mit Anleitung
Damit der Rollrasen immer eine hervorragende Optik hat, gilt es Rasenkrankheiten vorzubeugen oder sie zu bekämpfen.

Pilze im Rasen

Diese Rasenkrankheit macht sich durch unregelmäßige Flecken in der Rasenfläche, die von rosa verfärbten Halmen herrühren, bemerkbar. Später breitet sich zwischen den Grashalmen rosafarbenes Pilzgewebe aus. Dieser Pilz ist auch die Ursache für Rotspitzigkeit. Er vermehrt sich bevorzugt in feuchtwarmer Witterung und profitiert von Stickstoffmangel. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, den Rasen im Sommer ausreichend mit Stickstoff, aber auch mit Kalium und Phosphor zu versorgen und einmal jährlich für eine gute Belüftung des Rasens zu vertikutieren.

Pilze im Rasen sind zwar kein Grund zur Sorge, können aber die Optik enorm beeinträchtigen. In Weiß, Braun oder Schwarz schießen sie oft über Nacht aus dem Boden – einzeln oder in ganzen Gruppen. Meist handelt es sich Hutpilze oder Boviste wie Feldegerling oder Wiesenchampignon. 

Pilze treten auf, wenn es im Untergrund des Rasens bereits ein Pilzgeflecht gibt und wachsen bevorzugt überall dort, wo es schattig und feucht ist. Unter Umständen hast du das Pilzwachstum sogar selbst begünstigt, indem du zu häufig gegossen und damit Staunässe verursacht hast.

Rollrasen ist besonders anfällig für Pilzwachstum.

Rollrasen ist – insbesondere direkt nach dem Verlegen – besonders anfällig für Pilzwachstum. Zum einen ist das Wurzelwerk während der Anwachsphase noch sehr durchlässig, zum anderen zersetzen sich nach dem Verlegen des Rollrasens verstärkt organische Bestandteile im Boden, so dass sich an der Oberfläche Fruchtkörper bilden. Außerdem ist häufiges und intensives Bewässern in der Anwachsphase unerlässlich.

Möchtest du die Pilze wieder loswerden, solltest du sie keinesfalls mit dem Rasenmäher „köpfen“: Dann verteilen sie ihre Sporen erst recht in deinem Garten. Besser ist es, die Pilze behutsam mit einem Messer abzuschneiden und die Stelle einige Zentimeter tief auszustechen. Dann entfernst du auch das Pilzgeflecht – das sogenannte „Myzel“ – unter der Oberfläche. Nur so kannst du verhindern, dass der Pilz im Nu zurückkehrt. Beim Unkrautjäten packst du das Übel ja auch am besten mit der Wurzel …

Noch besser sind natürlich vorbeugende Maßnahmen gegen die ungebetenen Gäste. Achte daher vor dem Verlegen deines Rollrasens darauf, gründlich alle Pflanzenreste wie alte Grassoden, Totholz oder Wurzelreste zu entfernen und den Unterboden gut umzugraben. Später empfiehlt sich regelmäßiges Vertikutieren. Schließlich kann auch Rasenfilz, der Nässe gut speichert, ein idealer Nährboden für Pilze sein. Zu guter Letzt steckt – wie bei allen Rasenkrankheiten – vielleicht eine unausgewogene Nährstoffversorgung hinter dem Pilzwachstum. Ein geschwächter Rasen kann Pilzen nichts entgegensetzen und außerdem sind abgestorbene Rasenteile die ideale Nahrung für Pilze. Eine bedarfsgerechte Düngung sowie eventuell eine zusätzliche Versorgung mit Bodenaktivatoren macht den Rasen stark und verhindert so unschönes Pilzwachstum.

Rotspitzigkeit

Diese Rasenkrankheit macht sich durch unregelmäßige Flecken in der Rasenfläche, die von rosa verfärbten Halmen herrühren, bemerkbar. Später breitet sich zwischen den Grashalmen rosafarbenes Pilzgewebe aus. Dieser Pilz ist auch die Ursache für Rotspitzigkeit. Er vermehrt sich bevorzugt in feuchtwarmer Witterung und profitiert von Stickstoffmangel. Zur Vorbeugung empfiehlt es sich, den Rasen im Sommer ausreichend mit Stickstoff, aber auch mit Kalium und Phosphor zu versorgen und einmal jährlich für eine gute Belüftung des Rasens zu vertikutieren.

Dollarfleckenkrankheit

Die Dollarfleckenkrankheit tritt vor allem auf intensiv gepflegtem Rasen aus und ruft zuerst gelb-bräunliche Flecken von ein bis zwei cm Durchmesser hervor. Später vergrößern sich die Schadstellen und der betroffene Rasen stirbt rasch ab. Auch hinter der Dollarfleckenkrankheit steckt ein Pilz: Der Sclerotinia homoeocarpa fühlt sich bei Temperaturen über 20° C und verstärkter Morgentaubildung wohl.

Zur Vorbeugung versorgst du deinen Rasen im Frühjahr mit einem Stickstoff- und Kaliumdünger und achtest auf regelmäßiges Mähen und Vertikutieren. Ist die Dollarfleckenkrankheit bereits ausgebrochen, helfen nur chemische Wirkstoffe wie Propiconazol, Iprodion oder Chlorthalonil. Da die Pilzsporen auf Gartengeräten und Schuhsohlen haften bleiben, solltest du diese gründlich reinigen, wenn du damit die erkrankte Rasenfläche bearbeitet oder betreten hast: So vermeidest du eine Ausbreitung der Dollarfleckenkrankheit.

Schneeschimmel

Kühle Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit sind die Voraussetzungen für Schneeschimmel, der sich ausschließlich im Frühjahr durch bräunliche und graue Flecken mit etwa 5 cm Durchmesser bemerkbar macht. Mit der Zeit vergrößern sich die Flecken bis zu einem halben Meter, bilden einen braunen Rand aus und füllen sich zum Teil mit einem schwach rosafarbenen Pilzgeflecht.

Leichtes Spiel hat Schneeschimmel bei einer Überdüngung mit Stickstoff im Herbst, Staunässe und einem hohen pH-Wert. Die gute Nachricht: Obwohl sich Schneeschimmel kaum effektiv bekämpfen lässt, erledigt sich das Problem in der Regel trotzdem rasch: Ab Temperaturen über 20° C wird der Pilz inaktiv, so dass sich die erkrankten Rasenflächen über den Sommer wieder erholen können. Vorbeugend versorgst du deinen Rasen im Herbst ausreichend mit Kalium und vertikutierst, sandest und entfernst zuverlässig Rasenschnitt und Laub.

Blattfleckenkrankheit

Diese sehr häufige Rasenkrankheit kann das ganze Jahr hindurch auftreten. Zu erkennen ist die von Pilzen hervorgerufene Blattfleckenkrankheit an verschieden großen braunen, schwarzen, grünen oder violetten Flecken auf den Halmen. Feuchtwarme Witterung begünstigt die Ausbreitung des Pilzes.

Bekämpfen beziehungsweise verhindern lässt sich diese Rasenkrankheit, die den Rasen in der Regel nicht nachhaltig schädigt, nur durch vorbeugende Maßnahmen. Durch das regelmäßige Entfernen von Laub und anderem toten Material entziehst du den Pilzen den Nährboden. Außerdem solltest du deinen Rollrasen nicht unnötig oft gießen.

Hexenringe

Hinter Hexenringen – Ringen aus abgestorbenem Rasen mit einem Durchmesser bis zu mehreren Metern – steckt das Myzel verschiedener Pilzarten. An den Rändern der Ringe wächst das Gras oft besonders stark und nimmt eine dunkle Färbung an. Die Pilze, die Hexenringe verursachen, sind in den meisten Böden vorhanden. Übermäßig ausbreiten können sie sich aber nur in stark verdichtetem Boden oder in Folge einer Schwächung des Rasens durch Nährstoffmangel.

Vorbeugende Maßnahmen sind daher regelmäßiges Vertikutieren und ausreichendes Düngen. Bilden die Pilze innerhalb der Hexenringe bereits Fruchtkörper aus, entfernst du diese und entsorgst sie im Hausmüll: So verhinderst du eine weitere Ausbreitung der Pilzsporen. Ist die gesamte Rasenfläche extrem verdichtet, wird unter Umständen eine Neuanlage notwendig.


Auch bei Rasenkrankheiten gilt: Vorbeugen ist besser als heilen

Bei einem starken Rollrasen haben Rasenkrankheiten keine Chance. Eine ausreichende und ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen ist daher das A und O. Damit die Düngung bedarfsgerecht erfolgen kann, empfehlen sich regelmäßige Bodentests. So lassen sich sowohl eine Unterversorgung mit Nährstoffen als auch eine Überdüngung zuverlässig vermeiden. Auch konstantes Mähen und eine intensive, aber nicht zu häufige Bewässerung in den Sommermonaten tun dem Rollrasen gut und machen ihn widerstandsfähig.


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